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  • Interview mit der „Refugee Law Clinic“ (Interview von 10.16)

    Die Intention der Refugee Law Clinic Düsseldorf ist, Rechtsberatung durch Studierende mit dem Schwerpunkt Asylrecht anzubieten. Die Ausbildung findet ab Wintersemester 2016/2017 statt und soll zum Ziel haben, kostenlose Rechtsberatung für Geflüchtete und Asylsuchende ab Sommer 2017 in Rücksprache mit Volljurist*innen anzubieten.

    IFuriosi: Wer seid ihr, was macht ihr und wie kam es zu der Idee?

    Refugee Law Clinic: Wir sind ein junges Team engagierter Studierender und anderer Interessierter, die vor ca. einem Jahr das Projekt Refugee Law Clinic Düsseldorf ins Leben gerufen haben. Wir wollen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zur Rechtsberatung im Hinblick auf asyl- und aufenthaltsrechtliche Fragen schaffen. Das Modell der Refugee Law Clinic war uns aus anderen Städten (wie Freiburg und Köln) bekannt. Es entstand der Wunsch, dieses Konzept auch in Düsseldorf anzubieten. Unterstützt wird das Projekt durch unseren Schirmherren Karl-Heinz Krems, den Staatssekretär des Justizministeriums des Landes.

    IFuriosi: Wie wird das Ganze ablaufen?

    Refugee Law Clinic: In diesem Wintersemester (2016/2017) wird die Vorlesung „Praxisbezogene Einführung in das Asylrecht“ für Studierende aller Fakultäten angeboten. Auch Externe können nach Rücksprache mit uns an der Vorlesung teilnehmen. Diese findet wöchentlich (dienstags von 16:30-18:00 Uhr) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Gebäude 26.11. Hörsaal 6A) statt und behandelt unter anderem Themen wie die Dublin-Verordnung, die Duldung und den gerichtlichen Rechtsschutz. Die Vorlesung wird durch praxisbezogene Seminare (Traumatisierung von Geflüchteten, Behördengänge) sowie eine Fallbesprechung begleitet.
    Nach erfolgreichem Absolvieren von Vorlesung und Seminaren können die Studierenden ab Sommersemester 2017 rechtsberatend tätig werden. Dabei werden die Fälle stets unter Rücksprache mit Volljuristen behandelt.

    IFuriosi: Was sind eure Pläne und Ideen für die Zukunft?

    Refugee Law Clinic: Unser Ziel ist die Ausweitung und Vergrößerung der Refugee Law Clinic Düsseldorf. Darüber hinaus fassen wir die Gründung eines eingetragenen gemeinnützigen Vereins ins Auge. Weiterhin bemühen wir uns um Kooperationen mit verschiedenen Projekten und Institutionen wie dem AStA der Universität, der Diakonie und unterschiedlichen Flüchtlingsorganisationen. Dazu gehört auch eine Vernetzung mit anderen Refugee Law Clinics. Zudem haben wir uns die Qualitätssicherung und interne Fortbildung zum Ziel gesetzt.

    IFuriosi: Wie können sich interessierte Menschen mit einbringen?

    Refugee Law Clinic: Interessierte können am Ausbildungsprogramm teilnehmen, die Vorlesung und Seminare besuchen und ab Sommersemester 2017 bei der Rechtsberatung mitwirken. Weiterhin freuen wir uns über jede Unterstützung des Orgateams und über Hilfe bei Verwaltungsaufgaben sowie beispielsweise bei der Vereinsgründung oder dem Umgang mit Datenschutz. Volljurist*innen können als Supervisor*innen agieren und Studierende bei der Rechtsberatung unterstützen. Darüber hinaus freuen wir uns über Referierende und Dozierende, die Kurzvorträge oder Seminare in dem interdisziplinären Ausbildungsprogramm übernehmen. Bei der Beratung der Geflüchteten könnten sich Sprachmittler*innen und Dolmetscher*innen einbringen.

    IFuriosi: Kommt ihr auch an eure zeitlichen Grenzen, neben Studium und eventuell Job?

    Refugee Law Clinic: Wir arbeiten ehrenamtlich und auf freiwilliger Basis, sodass sich jede/r in dem von ihr/ihm gewünschten Maß einbringen kann. Selbstverständlich fordert das Projekt viel Zeit, aber niemand muss mehr machen, als sie/er möchte. Wir arbeiten in Arbeitsgruppen, um die Aufgaben unter uns aufzuteilen und die Themen zu strukturieren. Uns allen liegt das Projekt am Herzen und es ist für uns ein guter Ausgleich neben Studium oder Job. Es freut uns, mit Gleichgesinnten zusammen an dem Modell arbeiten zu können.

    IFuriosi: Wie finanziert Ihr euch?

    Refugee Law Clinic: Das Studium Universale der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf stellt die Vergütung für unsere Dozierenden. Die Supervisor*innen arbeiten ehrenamtlich. Darüber hinaus erhoffen wir uns Mittel durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Weiterhin sind wir auf der Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

    IFuriosi: Kann man euch unterstützen? Wenn ja, wie?

    Refugee Law Clinic: Wir freuen uns über jegliche Hilfe bei der internen Verwaltung und Organisation. Auch mit Fördergeldern und Spenden kann man uns unterstützen. Wir möchten uns weiter vernetzen und neue Kontakte knüpfen. Außerdem können wir bezüglich Öffentlichkeitsarbeit und Werbung Hilfe gebrauchen.

    IFuriosi: Gibt es noch etwas, was ihr unseren Leser*innen sagen möchtet? Habt ihr noch Anliegen?

    Refugee Law Clinic: Unser Team besteht aus sehr unterschiedlichen Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen. Wir haben das gemeinsame Ziel eine kostenlose Rechtsberatung für Geflüchtete in Düsseldorf zu ermöglichen und freuen uns über jede Form der Unterstützung. Ihr erreicht uns per Mail unter info@rlcduesseldorf.de und auf Facebook (https://facebook.com/rlcduesseldorf). Unsere Homepage (www.rlcduesseldorf.de) befindet sich Aufbau.
    Kommt vorbei und macht mit!