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  • Patenschaften für die pinken Bänke

    Damit der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) in altbekannt repressiver Manier die im April in der Stadt verteilten pinken Bänke nicht ein zweites Mal einsammeln und so dem öffentlichen Raum entziehen kann, wurde beschlossen, Patenschaften für die Bänke zu vergeben.
    Die Banken, die aus der Asservatenkammer des OSDs „befreit“ werden konnten, wurden an Menschen und Orte übergeben, die diese Bänke in den öffentlichen Raum stellen und so für Freiräume kämpfen und sich für politische und soziale Projekte einsetzen.Die erste Bank mit der Aufschrift „lasst euch nicht vertreiben“ ging an das nun schon seit Mitte April besetzte Autonome Zentrum in Köln. Wir drücken mit der Bank unsere Solidarität aus und hoffen, dieser Freiraum bleibt noch lange erhalten.

    Die zweite Bank ging an Centro Sociale in Hamburg. Dort steht nun eine pinke Bank mit der Aufschrift „erkämpft Freiräume“ vor der Haustür und lädt zum Verweilen ein. Das Centro Sociale ist ein selbstorganisiertes Nachbarschaftprojekt. Hier finden Veranstaltungen statt, Gruppen und Organisationen treffen sich. Wir brauchen mehr solcher Orte, denn das Centro Sociale ist ein Beispiel, wie ein autonomer Stadtteiltreff ohne Einmischung der Stadtverwaltung funktionieren kann.

    Die Bank mit der Aufschrift „stoppt Gentrifizierung“ steht nun vor der Frauenberatungsstellen in einem Hinterhof auf der Ackerstraße in Flingern. Die Aufschrift soll deutlich machen, dass in Flingern eine Entwicklung stattfindet, die Ausgrenzung und Vertreibung zur Folge hat. Die Frauenberatungsstelle gibt es nun schon seit 25 Jahren. Sie setzt sich gegen die Diskriminierung von Frauen ein und ist ein Ort, an dem Frauen, die von Gewalt betroffen sind oder sich in anderen schwierigen Situationen befinden, Beratung und Unterstützung angeboten bekommen.

    Die Patenschaft für die Bank mit der Aufschrift „setzt euch“ übernahm die Fotografin Monica Bauer. Sie wohnt in Oberbilk, wo die Bank nun einen schönen Platz gefunden hat und NachbarInnen einlädt, ins Gespräch zu kommen. Die Bank wird auf Stadtteilfesten in Oberbilk auftauchen, und es soll auch Fotoaktionen geben. Auf der Homepage www.setzt-euch.de kann in Kürze verfolgt werden, was mit der Bank passiert.

    Die Bank mit der Aufforderung „skatet“ wurde der Künstlerin Ruth Janßen zu ihrer Ausstellungseröffnung im WBZ am Bertha von Suttner Platz übergeben. Dort stand diese Bank, um auf die Vertreibung der SkaterInnen von diesem Platz aufmerksam zu machen. Die Bank steht jetzt vor ihrem Haus und wird von NachbarInnen genutzt.

    Eine Bank mit der Aufschrift „nehmt euch die Straße zurück“ ging schon im April an das Straßenmagazin fiftyfifty und steht nun im gerade neu eröffneten Büro auf der Ellerstraße. fiftfifty setzt sich schon seit fünfzehn Jahren gegen die Vertreibung und Ausgrenzung und für die Rechte von Wohnungslosen ein.

    Und zuletzt wurde eine pinke Bank zu Gunsten für „Freiräume für Bewegung“ auf dem Zumpelmarkt vom Bauwagenplatz versteigert. Auf dem Bauwagenplatz, ein „Freiraum“ des alternativen Wohnens, steht ebenfalls eine Bank, die selbst von den kleinsten MitbewohnerInnen fleißig genutzt wird.

    Wir werden weiterhin Bänke bauen und das Recht auf unsere Stadt einfordern. Wir kämpfen gegen Privatisierung, Vertreibung und den Bau von Luxusappartements, wo Sozialwohnungen hingehören.

    Wir werden die Missstände (nicht nur) in dieser Stadt aufzeigen und versuchen, Alternativen aufzuzeigen und uns Freiräume zu erkämpfen. Haltet die Augen offen: die pinken Bänke werden weiterhin das Stadtbild Düsseldorfs prägen.