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  • Prekäre Lebenslagen

    Auf breite Unterstützung stieß die Idee, die verschiedensten Aktionen während der Aktionstage entlang thematischer Schwerpunkte auch visuell demonstrativ sichtbar werden zu lassen. Ob beim platzbesetzen, blockieren oder demonstrieren sollen Gegenstände und Symbole mitgeführt werden, um in dieser Aktion gegen das autoritäre Krisenregime gleichzeitig die vielfältigen Ansätze unseres Widerstands zu visualisieren. Es geht uns lange nicht nur um die Banken – und das soll deutlich werden.

    Ökologie: ES GEHT NICHT UM EISBÄREN – SOZIALE UND ÖKOLOGISCHE KÄMPFE ZUSAMMEN FÜHREN!
    Migration: GLOBALE KRISE, AUSGRENZUNG UND AUSBEUTUNG: ANTIRA GOES BLOCKUPY
    Militarisierung: Unsere Solidarität gegen ihre Krise und die Militarisierung der Gesellschaft!
    Soziale Revolution: Rivoluzione sociale – Für die soziale Revolution!
    Ernährungssouveränität: Ernährungssouveränität jetzt!
    CAREvolution!: Kapitalismus und Patriarchat von der Krise in den Abgrund treiben!
    Recht auf Stadt: Das Recht auf Stadt durchsetzen!

    Das Düsseldorfer Aktionsnetzwerk wird einen Blockadefinger zum Thema Prekäre Lebenslagen gestalten:

    Unsicherheit, Flexibilität, ständig auf Abruf und das ganze noch zu niedrigsten Löhnen – diese Schlagworte beschreiben die Lebens- und Arbeitsrealitäten von immer mehr Menschen. Sichere Arbeitsplätze und geregelte Arbeitszeiten gehören zusehends der Vergangenheit an. Diejenigen, die von diesen Zuständen betroffen sind, werden als Prekariat bezeichnet. Dabei ist seine Erscheinungsform vielfältig, das Ergebnis aber stets das Gleiche. Ob Zeitarbeit, Praktikum, (Schein-)Selbstständigkeit oder befristete Arbeitsverhältnisse, die Arbeit wird immer effektiver ausgepresst für maximale Profite des Kapitals. Der Verzichts-Rhetorik der Herrschenden haben viel zu viele Menschen in diesem Land viel zu lange geglaubt. Die BRD wird immer mehr zum Billiglohnland und die ArbeiterInnen und die Standorte erpresst und gegeneinander ausgespielt.

    Für viele VollzeitarbeiterInnen reicht der Lohn zum Überleben nicht mehr aus. Der Alltag besteht aus einer Vierzig-Stunden-Arbeitswoche – und der regelmäßigen Vorsprache beim Amt. Das verdiente Geld einer regulären Beschäftigung reicht immer häufiger nicht für das Nötigste. Stetig steigt die Zahl derer, die beim Amt „aufstocken“ müssen, um sich ihr bescheidenes Leben zu leisten. Muss man nicht nur für sich alleine sorgen, weitet sich die Armut noch auf die Kinder und PartnerIn aus. Arm trotz Arbeit, dies ist nur eine Facette der prekären Lebenslagen, die in unserem Land immer mehr Menschen treffen. Während die Scham bis zur Antragstellung häufig erst überwunden werden muss, drohen die tatsächlichen Demütigungen erst NACH der Bearbeitung: Schikane durch SachbearbeiterInnen, Kürzungen, Nichtzahlungen und Untätigkeit sollen Menschen davon abhalten, ihr Recht einzufordern. Das System ALG II mit seinen andauernden und willkürlichen Sanktionen soll die Menschen zermürben – mit dem einfachen Ziel, Statistiken zu schönen, Geld zu sparen, die Armen ärmer und die Reichen reicher zu machen.

    Das deutsche Modell ist gerade jetzt in der Krise ein neoliberaler Exportschlager und Vorbild für die Verarmungsstrategien in Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und vielen weiteren Ländern. Besonders hart betroffen sind MigrantInnen, Frauen und Menschen, die geringere Bildungschancen hatten. Zusehends ist auch jene gut ausgebildete Mittelschicht betroffen, die trotz Universitätsabschlüssen mit Bestnoten keine Arbeit mehr finden. In Griechenland, Spanien und Portugal findet bereits jedeR Zweite zwischen 15 und 24 Jahren keine Arbeit mehr. Die Lebensperspektive der Menschen wird systematisch zerstört.

    Schluss damit
    Wir akzeptieren eure verordnete Armut nicht. Wir fordern ein gutes Leben für alle, eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung, Ausbeutung und Unterdrückung.
    Menschenwürdige Existenz für alle!
    Wir sind die Überflüssigen die sagen:
    Wir haben es satt für eure Krise zu bezahlen!
    Unsere Taschen sind leer, wir haben die Schnauze voll!
    Schluss mit der Enthaltsamkeit – wir wollen alles!