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  • Tanzen für Veränderung

    Zuerst ein dickes „Dankeschön“ an alle Organisierenden und Teilnehmenden. Mit euch war die Demo ein Riesenerfolg – und ein Riesenspaß!

    Am Samstag, dem 20. August, fand in Düsseldorf von ca. 18.30 bis 22.00 unsere erste Tanzdemo statt. Die Aktion war öffentlich bekannt gegeben und beworben, allerdings wurde sie weder vorher noch am Samstag selber angemeldet.

    Am Hermannplatz in Flingern sammelten wir uns bis 19.00 mit ca. 700 Menschen mit selbst gebastelten Schildern (mein Highlight: „Lieber ein starker Kater als hohe Mietzen“), Bollerwägen, Skateboards, Soundsystems, einem mobilen Grill und einer rollenden pinken Bank. Satter Sound kam von drei Musikwagen, darunter einem LKW und zwei Oldtimer-Feuerwehrwagen, auf denen verschiedene Djs auflegten. Das Demo-Motto „Reclaim the City – Die Verhältnisse zum Tanzen bringen“ war am LKW zu lesen.

    Wir zogen von dort durch die Straßen, die von einem übermäßigen Polizeiaufgebot für den Autoverkehr gesperrt wurde. Unterwegs fanden verschiedene Aktionen statt. Für alle, die zu sehr mit Tanzen beschäftigt waren, hier ein Überblick:

    Mit einer Schwarzfahraktion am Dorotheenplatz wurde auf die Kampagne für ein Sozialticket aufmerksam gemacht. Einige AktivistInnen stiegen in die Straßenbahn ein und befestigten außen an der Bahn ein Transparent. Der Kiefernstraße wurde mit einem langen Graffiti zum 30. Geburtstag gratuliert und dem Bauwagenplatz hinter der Kiefernstraße zum 20. Geburtstag. Die BewohnerInnen begrüßten die Demonstrierenden mit Transparenten und Feuerwerk von den Dächern – und mit einer Dusche aus dem Wasserschlauch, die bei der Hitze eine tolle Idee war. Am Oberbilker Markt wurde mit Plakataktionen der Vergangenheit gedacht: Dem Kampf um Stadt und dem ehemaligen Cafe Rosa Mond. Zum Bertha-von-Suttner-Platz hinter dem Hauptbahnhof gab es eine kurze Exkursion, bei der auf diesem Platz endlich mal wieder geskatet werden konnte. Besonders laut und fröhlich wurde es in der Unterführung an der Ellerstraße, die vor einigen Wochen von Freiräume für Bewegung während eines Events bunt gestaltet wurde.
    Auf dem Fürstenplatz endete die Demo mit Musik und Feuerwerk. Viele TeilnehmerInnen fanden gemeinsam ihren Weg zur Brause oder ins Linke Zentrum – Hinterhof. Beide selbst organisierten Kulturräume feiern in diesem Jahr ihren 10. Geburtstag.

    Neben vielen DüsseldorferInnen und Menschen aus ganz NRW waren auch KölnerInnen vom kürzlich via Hausbesetzung neu entstandenen Autonomen Zentrum präsent, um mit viel Fantasie und Spaß selbstbewußt und unüberhörbar die Stadt und unsere Straßen und Plätze für ein paar Stunden zu erobern. Insgesamt freuten wir uns über die bunte Mischung der TeilnehmerInnen. Viele PassantInnen gesellten sich dazu und begleiteten spontan die Demo. Die Atmosphäre war großartig, so dass Erinnerungen an die ersten Love-Parades wach wurden. Wir konnten durch Flyer und Schilder die politischen Inhalte vermitteln. Dazu zählt die Kritik an der Privatisierung öffentlicher Räume, die Forderung nach „Spielplätzen statt Parkplätzen“, „Bezahlbarem Wohnraum statt Büroleerstand“ oder der Ruf nach selbstverwaltete Kulturzentren statt Problemen mit dem OSD. Durch die Form der Demo konnte kreativ auf den Protest gegen Städtekonkurrenz und Behördenwillkür aufmerksam gemacht werden, denn Obdachlosigkeit und Gentrifizierung sind auch in Düsseldorf keine Fremdworte.

    Super, dass ihr alle dabei gewesen seid! Lasst uns gemeinsam unser Recht auf Stadt durchsetzen!
    Bis die Stadt uns allen gehört werden weitere Aktionen folgen.

    I Furiosi und Freiräume für Bewegung

    Fotos und Berichte:

    Fotos von der Tanzdemo – Kopfball Düsseldorf
    Die Freiraum-Bewegung hat zur Tanzdemo aufgerufen – und Kopfball war dabei. Wir haben vom Hermannplatz bis zum Fürstenplatz mitgetanzt, mitdemonstriert und Fotos gemacht.

    WDR Lokalzeit
    Eine Kurzschalte vom WDR am Anfang der Demo hat es noch knapp in die Sendung geschafft.

    Spektakel Magazin – Dancing in the Streets
    Am Samstagabend zogen einige Hundert DemonstrantInnen mit fantasievollen Bollerwagen und lauter Musikbegleitung durch Düsseldorf. Die Tanzdemo richtete sich gegen zunehmende Gentrifizierung und verfocht das Recht auf Stadt.

    youpod: Düsseldorfer ertanzen Freiräume
    Am frühen Abend tanzten hunderte Demonstranten am Hermannplatz in Flingern los. Sie hielten Schilder wie „Unsere Stadt ist keine Ware“ und „Bezahlbarer Wohnraum statt Büroleerstand“ hoch und zogen durch die Straßen bis zum Fürstenplatz.

    Rainersche Post – Eine Tanzdemo unter dem Motto „Reclaim the City“
    Noch gehört die Stadt uns…