Archiv für den Monat: Juli 2013

Platz der Träume – Rüyalar Meydani

Taksim

Aufbruch am Taksim: Wofür wir kämpfen

Aktivistinnnen und Aktivisten aus Istanbul berichten
Mit: Gökhan Biçici | Begüm Özden Fırat | Göksun Yazıcı
26.08. Bürgerhaus Bilk | Arcaden | Bachstraße 145 | Düsseldorf

Es begann mit dem Protest gegen den Bau eines Einkaufszentrums, wurde zum Ereignis und veränderte das politische System der Türkei. Eine scheinbar unbedeutende Besetzungsaktion brachte binnen weniger Tage Hunderttausende auf die Straßen, erst in Istanbul, dann in unzähligen Klein- und Großstädten in der Türkei. Brutale Überfälle der Staatsgewalt und das Schweigen der offiziellen Medien riefen noch mehr Menschen auf die Plätze. Die mutige und phantasievolle Bewegung dauert an, lässt nicht einschüchtern, nicht beirren.

Aktivist_innen der ersten Besetzungsaktionen sprechen über die Perfidien eines Systems, das sie schon ins Wanken gebracht haben: Die Enteignung des öffentlichen Raums, die Vertreibung der “gefährlichen Armen” aus der Innenstadt, die Gentrifizierung, die besondere Mischung aus kapitalistischer Modernisierung und autoritärer Islamisierung. Unsere Gäste sprechen aus dem vielstimmigen Protest, seinen neuen Formen der Begegnung und Partizipation, aus der Erfahrung einer Demokratie ohne Polizei. Sie erzählen, wofür sie kämpfen.

Göksun Yazıcı
Aktivistin im Netzwerk Müştereklerimiz (Unsere Commons), Mitglied einer kommunalen libertären Gruppe, Autorin beim linken Journal „Express“.

Begüm Özden Fırat
Autorin und Dozentin für Soziologie an der Mimar Sinan Hochschule für bildende Kunst in Istanbul. Aktiv in Migrationsnetzwerken und Anti-Gentrifizierungsinitiativen.

Gökhan Biçici
Redakteur beim News-Sender İMC TV und Mitglied des Onlineportals Emek Dünyası. Diesjährer “Pressefreiheit” – Preisträger des Journalist_innen-Verbandes in der Türkei.

Weitere lokale Unterstützer_innen, Infos und Texte unter:
http://www.rosalux.de/platz-der-traeume

Solidarität mit dem AZ Köln!

kto-logoSeit über drei Jahren existiert das Autonome Zentrum in Köln-Kalk und hat sich in dieser Zeit zu einem wichtigen sozialen Zentrum, kulturellen Freiraum und Ort für linke Politik in Köln entwickelt. Viele Menschen nutzen die Büros, Gruppenräume und Werkstätten im AZ, besuchen Vorträge, Workshops, Parties und Konzerte.

Der im letzten Jahr mit der Sparkasse Köln-Bonn ausgehandelte Nutzungsvertrag ist zum 30.6.2013 ausgelaufen. Damit ist das AZ nach einer Phase relativer Sicherheit nun wieder akut von der Räumung bedroht.
Die Begründungen der Kölner SPD-Regierung unter OB Roters sind dabei mehr als fadenscheinig: warum muss beispielsweise ein Grünstreifen genau am Ort des AZ entstehen?

Dass alle Gesprächsangebote des AZ von der Stadtregierung ignoriert wurden zeigt mehr als deutlich, dass es in Kalk nicht an Platz oder Möglichkeiten für ein Autonomes Zentrum mangelt, sondern am politischen Willen, einen Ort wie das AZ in einem „aufstrebenden“ Stadtteil zu dulden.

Als eine Gruppe, die sich schon seit längerer Zeit mit städtischen Umstrukturierungs- und Aufwertungsprozessen beschäftigt, blicken wir mit Besorgnis und Wut auf die Ereignisse in Köln-Kalk.

Hier soll ein Exempel statuiert und ein selbstverwalteter kultureller und politischer Raum unmöglich gemacht werden. Das AZ steht für Selbstorganisation, (Wieder-) Aneignung von Räumen in der Stadt sowie für Kultur und Soziales Leben jenseits einer Logik von Verwertung und Konsum und steht damit sowohl der hegemonialen Vorstellung von der „Stadt als Ware“ als auch der damit einhergehenden ordnungspolitischen Vorstellung von „Law and Order“ entgegen.
Dabei ist das AZ Köln ganz ausdrücklich beides: soziales Zentrum für die Menschen im Veedel mit einer breiten Infrastruktur, die allen unabhängig von Status und Einkommen zur Verfügung steht UND Ort widerständiger Politik. Gerade das scheint für die Kölner Stadtregierung ein Problem zu sein und genau deshalb ist es wichtig, dass das AZ Köln erhalten bleibt, und zwar genau an diesem Ort!

Wir solidarisieren uns mit dem Autonomen Zentrum Köln und allen die das AZ gegen eine mögliche Räumung verteidigen wollen! Am Tag X werden wir mit Euch auf der Straße sein!

Kein Tag ohne Autonomes Zentrum!

Protestdemo gegen Erdogan Kundgebung in Düsseldorf am 7.7.2013

Gemeinsamer Aufruf zur zentralen Kundgebung
am 7. Juli 2013, Sonntag um 13:30 Uhr in Düsseldorf – Burgplatz

Auf nach Düsseldorf für Solidarität, Demokratie und Frieden
Widerstand ist Überall, Taksim – Kızılay – Lice!

Nachdem Erdogan in der Türkei auf die Spaltung der Gesellschaft und Staatsgewalt gesetzt und zu Gegendemonstrationen aufgerufen hat, versucht er jetzt diese Spaltung auf die in Europa lebenden Migranten aus der Türkei auszuweiten. Die Regierung in Ankara und Kabinettsmitglieder rufen in ganz Europa zu einer pro Erdogan-Demonstration in Düsseldorf auf. Das verstößt gegen die Regeln der internationalen Diplomatie, weil hier ein türkischer Konflikt auf europäischem Boden austragen werden soll. Dieser führt zu erhebliche Beeinträchtigung der Integrationspolitik.

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Düsseldorf – Postkolonial

lettow vorbeck

Ein kritischer Blick auf die deutsche Kolonialgeschichte und
der Umgang mit der Geschichte heute

Vortrag & Diskussion 11. Juli 2013 // 19:30 // Zakk, Studio, Fichtenstraße
Im Vortrag soll dargestellt werden wie sich der Kolonialismus herausbildete bzw. was das überhaupt ist und wie die koloniale Expansion begründet wurde. Es soll gezeigt werden wie sich der Kolonialismus auf die Unterdrückten auswirkte und in der Rückwirkung auch die Kultur und Politik des kolonialen «Mutterlandes» beeinflusste. Mit dem Verlust der Kolonien 1918 endete aber nicht der Kolonialismus in Deutschland. Die Auswirkungen der Kolonial-Ära, z.B. auf den Rassismus, prägen auch die postkoloniale Zeit und das bis heute.
Es gibt noch viele Spuren des Kolonialismus in Düsseldorf: In Urdenbach würdigen Straßen mit ihrem Namen Akteure des Kolonialismus wie Theodor Leutwein und Adolph Woermann. Ein Bataillon eines Oberbilker Schützenvereins benennt sich gar nach Paul von Lettow-Vorbeck, der u.a. an dem Völkermord der Herero mitverantwortlich ist. Daneben gibt es in Derendorf ein Kolonialdenkmal, das seit langem umstritten ist. Auf diese Personen soll konkreter eingegangen werden.

Wir wollen Kritik und praktische Interventionen zum Umgang mit den
Kontinuitäten der deutschen Kolonialgeschichte anregen.

Mit Katharina Ruhland (München)

In Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Düsseldorf &
Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW