Archiv für den Monat: April 2014

Mit Commons gegen Kapitalismus

Alles für alle klingt so gut und so einfach – und eigentlich ist genug für alle da!

commonsDoch der Zugang zu Ressourcen, die alle zum Leben brauchen, ist auf dem neoliberalen Markt durch Privateigentum beschränkt. Ob es sich um materielle Ressourcen wie Wasser, Saatgut oder Gesundheit handelt, oder um immaterielle Güter wie Bildung und Wissen – wer daran teil hat, bestimmen nicht die Produzent*innen und Konsument*innen selbst, sondern kapitalistische Interessen.
Commons sind dagegen die Idee sozialer Modelle, in denen Ressourcen zu Gemeingütern werden und nach selbst und vor Ort ausgehandelten Regeln kollektiv verwaltet, bewirtschaftet und genutzt werden.

Wir wollen uns mit den Grundfragen der commons-Idee auseinander setzen: Was ist mit dem Begriff überhaupt gemeint? Wo sind Fallstricke und Grenzen? Wie sieht es aus mit Beispielen kollektiver Güternutzung aus dem hier un jetzt, sind Projekte wie z.B. das Mietshaussyndikat, Creative Commons oder Bürgerkraftwerke schon commons? Sind commons nur kleine Seifenblasen im Falschen, oder taugen sie als praktisches Instrument in Kämpfen um tatsächliche gesellschaftliche Veränderung?

Montag 12.5. | 20:00 Uhr | Linkes Zentrum “Hinterhof”

Eine Veranstaltung von I Furiosi und Infocafé

Selbstorganisierung in schwierigen Zeiten

Das Beispiel der selbstverwalteten Fabrik VIO.ME

solidarityDie Lebenssituation der Menschen in Griechenland verschärft sich von Tag zu Tag. Die zahlreichen Maßnahmen, die von der Troika, bestehend aus EZB, EU und IWF, diktiert und durch die griechische Regierung umgesetzt wurden, haben fast alle Rechte von Arbeitnehmer*innen einkassiert. Doch es tut sich auch anderes in Griechenland: Neben zahlreichen Generalstreiks und sozialen Kämpfen gegen die Sparprogramme entwickeln sich verschiedene Selbstorganisierungsprozesse der Arbeitslosen, Entwürdigten und Ausgeschlossenen. Vielerorts gründen sich Kollektive, soziale Zentren, selbstverwaltete Arztpraxen und Stadtteilversammlungen.

Die emanzipatorischen Entwicklungen in diesen schwierigen Zeiten und die darin gemachten Erfahrungen wollen wir uns gemeinsam mit John Malamatinas anschauen. Besonders im Fokus wird die selbstverwaltete Fabrik VIO.ME in Thessaloniki stehen. Etwa 40 Arbeiter*innen besetzten die Fabrik, in der sie arbeiteten, und nahmen so ihr Leben selbst in die Hand. Seitdem produzieren die Arbeiter*innen mit Hilfe des Know-hows aus den selbstorganisierten Strukturen Thessalonikis nicht mehr Fugenkleber und Co., sondern umweltfreundliche Reinigungsmittel für den häuslichen Gebrauch.

John Malamatinas lebt in Köln und Thessaloniki. Er ist Teil des vio.me Unterstützungskreises und ist in verschiedenen antikapitalistischen Gruppen und Netzwerken aktiv. Seine vornehmliche Beschäftigung gilt den Themengebieten Nationalismus, soziale Kämpfe und Krise in Griechenland.

Mittwoch 7.5. | 20:00 Uhr | Linkes Zentrum “Hinterhof”

Eine Veranstaltung von I Furiosi und Infocafé

Weitere Veranstaltungen aus der Reihe

Was tun wenn’s brennt?!

… zum Umgang mit Repression

was_tun_wenns_brenntVor kurzem gab es in Düsseldorf zwei Hausdurchsuchungen bei linken Aktivisten. Dies sind keine Einzelfälle. Um so wichtiger ist es, dass wir uns gegen diese und andere Repressionsattacken schu?tzen. Neben allgemeinen Tipps zum Umgang mit Polizei, Justiz und Geheimdiensten sowie dem Verhalten auf Demos wollen wir mit euch an Beispielen diskutieren, was Aussageverweigerung konkret bedeutet. Was ist bei Ingewahrsamnahmen, Verhören oder Hausdurchsuchungen zu tun? Über Sicherheitsmaßnahmen hinaus wollen wir aber auch u?ber einen politischen Umgang mit Repression reden.

Wie können uns Solidarität und Öffentlichkeitsarbeit konkret vor Repression schu?tzen?

Wie können Solidaritätskampagnen und politische Prozessfu?hrung aussehen?

Über all das werden euch die Rote Hilfe Neuss-Düsseldorf, die Rechtshilfegruppe Düsseldorf und see red! Interventionistische Linke Düsseldorf informieren.

Solidarität ist eine Waffe!

Donnerstag, 22.05.2014 | 19:30 Uhr
Linkes Zentrum Hinterhof – Corneliusstraße 108, Düsseldorf

Copa pra Quem? – Soziale Kämpfe im Kontext der Fußball-WM der Männer in Brasilien

Veranstaltungsreihe in Düsseldorf:

brasilienVAIm Sommer 2014 findet die Fußball-WM der Männer in Brasilien statt. Für die Bevölkerung Brasiliens hat dies wenig mit Spiel und Spaß zu tun. Umstrukturierungen im städtischen Raum im Kontext der WM treffen besonders ärmere Menschen, die aus ihren Häusern und Viertel verdrängt werden und sich mit steigender Repression konfrontiert sehen. Aber die Menschen wehren sich und leisten Widerstand gegen die Machenschaften von Staat, privaten Investoren und der FIFA. Welche Auswirkungen dies auf die Fußballszene hat und mit welchen kriminellen und korrupten Methoden das Milliardenunternehmen FIFA vorgeht, werden in dieser Veranstaltungsreihe ebenso diskutiert, wie der Widerstand und die Forderungen sozialer Bewegungen.

Weitere Infos zur WM in Brasilien und sozialen Protesten findet ihr auf der Seite von KoBra und bei amerika21

Die Veranstaltungen im Einzelnen:

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1. Mai Dortmund – Nazis blockieren!

BlockaDoDüsseldorf goes Dortmund – wir beteiligen uns an den Aktionen des zivilen Ungehorsams des neues Bündnisses BlockaDo. Treffpunkt für Düsseldorf zur gemeinsamen Anreise und Beteiligung an den Aktionen: 8h Ufa/Hbf

BlockaDO – Gemeinsam gegen Nazis

Wieder einmal wollen Nazis in Dortmund aufmarschieren. Dieses Mal hat die Partei „Die Rechte“ eine Demo für Donnerstag, den 1. Mai, angemeldet. Wir rufen dazu auf, den Naziaufmarsch zu blockieren. Es ist ein unerträglicher Zustand, wenn es Neonazis immer wieder möglich ist, ihre menschenverachtende Ideologie ungestört zu artikulieren; wenn sie dort, wo sich Menschen begegnen, ihre ausgrenzende Volksgemeinschaft propagieren können. Wir werden das nicht weiter zulassen.

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Demokratie von unten ist möglich

Der Aufbau von demokratischer Selbstverwaltung in Türkisch-Kurdistan

democracy Politik und Demokratie bedeutet mehr als die Beteiligung an Wahlen. Aber wie kann eine wirkliche Demokratie von unten innerhalb eines bestehenden Systems aussehen und praktiziert werden? Das kurdische Frauenbüro Cenî wird über die Versuche berichten, demokratische Autonomie in Türkisch-Kurdistan umzusetzen. Anstatt auf Umsturz und Machtübernahme zu setzen wird in Kurdistan ein Modell einer „demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft“ favorisiert. Es findet der Aufbau von autonomen Räten, wie z.B. Frauenräten, Stadtteilräten statt als Parallelstruktur zu staatlichen Strukturen. Dieser Aufbau ist begleitet von massiver Repression seitens des türkischen Staates.

Vorrangiges Ziel der Demokratischen Autonomie ist es, allen gesellschaftlichen Gruppen und Identitäten basisdemokratische Organisierung zu ermöglichen. Dieser Demokratische Konföderalismus in Form einer „nichtstaatlichen, politischen Verwaltung“ oder als „Demokratie ohne Staat“, geht davon aus, dass Demokratie nur dort gedeihen kann, wo der Staat an Einfluss verliert. In der Veranstaltung soll einerseits dargestellt werden wie der Aufbau demokratischer Strukturen stattfindet sowie der momentane Zustand, insbesondere nach der Kommunalwahl. Andrerseits sollen auch, neben der Repression, Probleme, Schwierigkeiten und Erfolge zur Sprache kommen um zu sehen, ob die kurdische demokratische Autonomie ein Modell für hier sein kann.

Dienstag 29.4. | 20:00 Uhr | Linkes Zentrum “Hinterhof”

Eine Veranstaltung von I Furiosi, Cenî, See Red!, Dissidenti Ultra und Infocafé

Weitere Veranstaltungen aus der Reihe

„Antifascism är självförsvar“ – Antifaschismus ist Selbstverteidigung

10012520_10151957361851697_636752592_n-637x425Aus aktuellem Anlass sprach i furiosi mit Avanti Hamburg – organisiert in der interventionistischen Linken – über einen Naziangriff in Schweden. Auch in Düsseldorf gab es bereits eine größere Soliaktion.
In Malmö/Schweden wurden am Abend des 8. März Antifaschist*innen auf offener Straße von Nazis angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Eines der Opfer lag eine Woche im Koma. Über Schweden hinaus gab es eine breite Solidarisierung mit den Genoss*innen in Malmö. Am 16. März fand dort eine antifaschistische Demonstration mit über 10.000 Leuten statt, an der sich auch unsere Genoss*innen von Avanti beteiligten. Wir sprachen mit Jens von Avanti Hamburg über den Angriff, antifaschistische Reaktionen und die Stimmung in Schweden.

i furiosi: Kannst du kurz die Umstände schildern, unter denen der Nazi-Angriff stattgefunden hat und wer angegriffen wurde?

Jens: Am Abend des 8. März hatte ein Gruppe von Nazis im Stadtteil Möllevången auf offener Straße einen Angriff mit Messern auf Linke verübt. Die Angegriffenen erlitten Stichwunden. Ein Freund und Genosse von uns wurde durch einen Messerstich in den Rücken lebensgefährlich verletzt. Er hatte Glück und hat den Angriff überlebt. Am schlimmsten verletzt wurde Showan, ein Ultra-Aktivist. Der 25-Jährige ist Mitbegründer der Malmöer „Football Fans against Homophobia“-Kampagne. Er trug bei dem Angriff schwere Kopfverletzungen davon. Nach einer Woche im Koma ist er inzwischen wieder aufgewacht. Ob er bleibende Schäden davonträgt, kann leider nicht komplett ausgeschlossen werden.

i furiosi: Wie war eure Reaktion, als ihr von dem Übergriff erfahren habt? „Antifascism är självförsvar“ – Antifaschismus ist Selbstverteidigung weiterlesen

Tanz den Verhältnissen! Euromayday Ruhr

Seit mehreren Jahren findet im Ruhrpott um den ersten Mai der Euromayday statt. Zu lauter Musik, mit Sprechblasen und bunten Interventionen ziehen hunderte Menschen durch die Stadt. Prekarisierung, Wohnraumproblematiken oder Verarmungsstrategien von oben werden ein Recht auf Stadt, die Idee des Gemeinguts und einer solidarischen Gesellschaft entgegengesetzt. Auch dieses Jahr hat sich wieder ein Vorbereitungskreis zusammengefunden. Wir sprachen mit Michael über die Idee des Euromaydays im Ruhrpott.

i furiosi: Kannst du allgemein was zur Idee des Euromayday sagen? Woher kommt dieser und was sind die Ziele?

Michael: Der erste Euromayday fand 2001 in Mailand statt. Ziel war es, am Tag der Arbeiterbewegung eine Plattform für diejenigen zu schaffen, die sich von den alten Institutionen nicht mehr vertreten fühlen – seien es Erwerbslose, die keinen Platz in den Gewerkschaften haben oder Künstler*innen, Selbstständige und solche, die im Niedriglohnsektor häufig unter prekären Bedingungen leben und arbeiten, aber nicht zur klassischen Klientel der großen Gewerkschaften gehören.

i furiosi: Warum und wann habt ihr euch entschlossen, den Euromayday auch in den Ruhrpott zu holen?

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