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  • Nach dem Einsatz wegen Ruhestörung am LZ: Übergriffigkeiten gegenüber den Festgenommenen

    In Folge eines überzogenen Polizeieinsatzes aufgrund von Ruhestörung durch eine Party im LZ am 9.12.2016 wurden 6 Besucher*innen der Party in Gewahrsam genommen. Wir dokumentieren hier die Berichte der Betroffenen von rechtswidrigen Übergriffen der Polizeibeamt*innen während der Festnahmen bzw. auf dem Polizeipräsidium am Jürgensplatz.


    * Ein Fotojournalist, der unter den letzten Gästen war entschied sich, den Polizeieinsatz im LZ zu dokumentieren. Er wies sich dazu laut und deutlich mit seinem Presseausweis aus und hielt diesen in die Höhe. Die bis dahin noch recht entspannte Lage eskalierte, als ein Polizeibeamter versuchte, ihn mit Gewalt daran zu hindern und den Fotografen zu Boden warf. Der Journalist wurde auf das Polizeipräsidium verbracht.
    Ein weitere Besucher, der gegen die willkürliche Festnahme des Journalisten protestierte, wurde ebenfalls festgenommen. Auf der Wache musste er sich im Beisein weiblicher Beamtinnen, die die Szene offenbar aus Langeweilebeobachteten zur Durchsuchung entkleiden.
    * Eine weitere Besucherin versuchte diese Szene per Handyvideo festzuhalten. Auch dies wurde sofort seitens der Polizei unterbunden. Die junge Frau wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen und auf die Wache verbracht. Auf der Wache wurde sie mit den Händen am Boden gefesselt und zwangsweiseentkleidet, ohne ihr die Möglichkeit zu geben dies selbst zu tun.

    * Einem weiteren Besucher gegenüber wurde die Polizei gewalttätig, er trug mehrere sichtbare Verletzungen im Gesicht davon. Trotz mehrfacher Bitten um einen Arzt wurde er erst 4 Stunden nach der Ingewahrsamnahme einem Polizeiarzt vorgestellt.

    * Das massive Erscheinen der Polizei und die Eskalation der Situation durch das gewaltsame Eingreifen der Polizei führte dazu, dass die letzten Gäste – wie auch von der Polizei gewollt – die Räumlichkeit und den dazugehörigen Hinterhof teils fluchtartig verließen. Statt nun die Leute einfach nach Hause gehen zu lassen, wurden mindestens fünf der Gäste regelrecht durch den Stadtteil gejagt. Zwei Gäste berichteten, dass dabei in der Nähe des Fürstenplatzes die eigens eingesetzten Polizeihunde von der Leine gelassen worden sind. Dieses Verhalten der Einsatzkräfte stellte nicht nur eine Gefährdung für unsere Gäste, sondern auch für völlig unbeteiligte Passant*innen dar.* Eine weitere Person geriet vollkommen zufällig in die Hände einer offenbar nur noch auf Krawall gebürsteten Polizei. Sie war gar nicht auf der Party gewesen und wollte etwa eine Stunde nach dem Erscheinen der Polizei im Hinterhof ihr Fahrrad auf der Corneliusstraße abschließen. Die vor dem Tor auf das Ende des Einsatzes wartenden Einsatzkräfte forderten sie ruppig und ohne Angabe von Gründen zur Personalien- und Alkoholkontrolle auf. Obwohl der Alkoholtest unter dem Grenzwert lag, entschied die Polizei, die junge Frau mit zur einer Blutentnahme auf die Wache zu nehmen. Obwohl die Betroffene mehrfach einwand, weder betrunken noch involviert zu sein, wurde sie in Handschellen mit zur Wache genommen – wiederum ohne Angabe von Gründen. Dort sollte sie sich zur Durchsuchung entkleiden, was sie verweigerte. In Folge wurde sie am Boden sitzend gefesselt und bis auf die Unterwäsche unter Zwang im Beisein eines männlichen Beamten entkleidet, wobei auch der BH der Betroffenen von einer Beamtin zerissen wurde. Auf ihren Protest gegen diese unerklärliche und entwürdigende Maßnahme schlug die Beamtin der Betroffenen, die mit den Händen hinterücks am Boden fixiert war, mehrfach und unter Androhung weiterer Gewalt mehrmals mit der flachen Hand ins Gesicht, um sie zum Schweigen zu bringen. Die Betroffene wurde gegen 8.00Uhr aus dem PP entlassen – ohne das der angeblich notwendige Bluttst auf Alkohol durchgeführt worden war.

     


     

    Nachdem unsere Party „LOVE & SOLIDARITY “ eigentlich dem Rechtshilfe Konto zu Gute kommen sollte, braucht die Rechtshilfegruppe Düsseldorf nach der Party noch mehr Unterstützung.

    Spendet an das Rechtshilfekonto:
    Stadtsparkasse Düsseldorf
    IBAN: DE 89 3005 0110 0063 0076 78

    Stichwort: PARTY

     


    Am Sonntag,  18. 12., um 19h im Linken Zentrum / Hinterhof (Corneliusstraße 108 ) laden wir zu einem Nachbereitungstreffen, mit der Rechtshilfegruppe, allen Betroffenen und und ( iFuriosi), ein.